Starkes Bekenntnis zum Schutz der Seen

By on 19. Dezember 2014

14. Living Lakes-Konferenz in Nanchang/China

(pur). Die 14. Living Lakes-Konferenz in Nanchang China Ende November schloss mit einem starken Bekenntnis zum Schutz der Seen der Welt. 350 Vertreter aus 33 Ländern von fünf Kontinenten trafen sich im südchinesischen Nanchang auf Einladung der Akademie der Wissenschaften der Provinz Jiangxi und der Nicht-Regierungs-Organisation (NGO) „Mountain River Lakes Sustainable Development“, um sich über den Schutz der Seen weltweit auszutauschen und erfolgreiche und neue Wege zum Schutz der Seen zu finden.
 
In einer gemeinsamen Erklärung betonten die Delegierten die Dringlichkeit, den Schutz der Seen weltweit zu forcieren. Im Mittelpunkt der Konferenz in der sieben-Millionenstadt Nanchang am Rande des Pohang-Hu, des größten chinesischen Süßwassersees, stand die Bedrohung von Seen in dicht besiedelten Gebieten. Dazu zählen viele Seen in Entwicklungsländern, aber auch Seen in Deutschland und Europa. Der zunehmende Siedlungsdruck einer ständig wachsenden Bevölkerung stellt in asiatischen Ländern wie China und Indien ein erhebliches Problem dar. „China beispielsweise verfügt über 22 % der Weltbevölkerung, aber nur über 7 % der Wasserressourcen“, betonte  GNF-Präsidentin Marion Hammerl in ihrer Eröffnungsrede. Dai Xingdao vom chinesischen Living Lakes-Partner Mountain River Sustainable Development unterstich die erheblichen Bemühungen Chinas, die bekannten Herausforderungen anzugehen. Prof. Xiaohong Wang, Präsident der Akademie der Wissenschaften Jangxi, betonte, dass die  Zusammenarbeit zwischen Politik, Verwaltung, Wissenschaft und den in China neu entstehenden NGOs eine unverzichtbare Voraussetzung für effizienten Seenschutz ist. Dr. Christopher Briggs, Generalsekretär der RAMSAR Konvention und Mitgastgeber der Konferenz, betonte den Wert solcher Zusammenarbeit und internationaler Netzwerke wie Living Lakes, die für Seenmanagement verantwortlich sind, um Wissen zu teilen und eine Gemeinschaft mit gemeinsamen Visionen zu etablieren.
 
„Feuchtgebiete wurden früher oft als Ödland angesehen, 64 % sind deswegen seit 1900 verschwunden“  fasste Chris Percival von RAMSAR die Situation zusammen. Die Verschmutzung durch Abwässer und industrielle Einleitungen ist heute eine große Gefahr. Illegale Siedlungen bedrohen an vielen Seen die natürliche Selbstreinigung von Gewässern. Dies wurde durch Beiträge der Living Lakes-Partner von den Philippinen, Neuseeland, der Mongolei und schließlich durch Exkursionen zum Poyang-Hu selbst deutlich. Vor diesem Hintergrund wurden konkrete und kostengünstige Projektansätze zur Abwasserreinigung, zur Trinkwassersicherung und zum Gewässerschutz präsentiert. 
 
Die Situation an den Seen der Welt – dramatisiert unter anderem auch durch den Klimawandel – wird immer schwieriger, wie die Beträge vieler Experten für Seenschutz zeigten. Ein spezieller Aufruf erfolgte vom Lago Chapala in Mexiko, an dem die 13. Living Lakes-Konferenz stattfand. Die in Mexiko allgemein schlechte, unter anderem durch Korruption und Missmanagement hervorgerufene Situation, hat für Umwelt und Menschen am Chapala See dramatische Konsequenzen. Dass es auch anders geht, unterstreichen Beiträge der chinesischen Gastgeber.
 
Hintergrund

Das Living Lakes-Netzwerk wurde 1998 vom Global Nature Fund mit dem Ziel ins Leben gerufen, die Zusammenarbeit von Organisationen, die zum Schutz der Seen arbeiten, zu fördern und damit eine Bewegung zum Erhalt der Seen weltweit zu begründen. Mit Sierra Leone, der Türkei und Pakistan wurden im Rahmen dieser Konferenz drei neue Seen in das nun 104 Mitglieder starke Seennetzwerk aufgenommen. Zum Netzwerk gehören unter anderem so bekannte Seen wie Titicaca, Lake Winnipeg, Viktoriasee, Baikalsee und Bodensee. Nationale Netzwerke in Kanada, China und europäischen Ländern einschließlich Deutschland tragen diesen Gedanken in die Breite. Partnerorganisationen sind große und viele kleine Umweltverbände und Stiftungen in über 80 Ländern. Die Living Lakes-Konferenzen finden regelmäßig auf Einladung eines Partners an einem der Seen statt.
Die RAMSAR Konvention für Feuchtgebiete wurde 1971 in der gleichnamigen iranischen Stadt verabschiedet. Sie ist ein Regierungsvertrag, der einen Rahmen für nationale Aktion und internationale Kooperation zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen von Feuchtgebieten. Es war die erste moderne, globale und multilaterale  Vereinbarung für Umweltthemen und ist weiterhin die einzige, die sich einem spezifischen bedrohten Ökosystem widmet.

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