Billigtankstelle suchen – Teuer für die Umwelt

By on 22. August 2013
Rainer-Sturm / pixelio.de

Berlin, 22.08.2013 (BUND)

Bereits vor der Einführung der angekündigten Meldestelle für Benzin- und Dieselpreise gibt es Apps für Smartphones, die Autofahrern die günstigste Tankstelle in der Nähe anzeigen. Wer glaubt, tatsächlich Geld zu sparen, wenn er bei der weiter entfernten Tankstelle seinen Tank voll macht, hat vielleicht nicht richtig nachgerechnet und zahlt unterm Strich sogar drauf. Das veröffentlichte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in seinem Ökotipp 09/2013.

Laut Medienberichten soll in Kürze die seit längerem angekündigte Meldestelle für Benzin- und Dieselpreise starten. Dann können Autofahrer über Smartphones und evtl. auch mit neuen Navigationsgeräten aktuelle Spritpreise der Tankstellen in ihrer Region abrufen. Dies soll ihnen ermöglichen, die preiswerteste Tankstelle in ihrer Umgebung zu finden.

Die Einsparung bei einer unter Umständen entlegenen Tankstelle ist jedoch oft geringer als gedacht. Denn wenn man von den sogenannten Vollkosten des Fahrens ausgeht – darin sind die Betriebskosten, sonstige Fixkosten, die Kosten für Reparatur und Wartung und der Wertverlust des Autos enthalten – kostet jeder gefahrene Kilometer zwischen 40 und 60 Cent. Hat man beispielsweise eine um drei Cent billigere Tankstelle gefunden und tankt man dort 50 Liter, so würde man dabei 1,50 Euro sparen. Bereits bei einer Entfernung von zwei Kilometern einfacher Strecke würde sich die Fahrt dorthin nicht mehr lohnen – von den dabei ausgestoßenen Schadstoffen und dem zusätzlichen Verkehr einmal abgesehen. Wer wirklich sparen möchte, dem empfiehlt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Auto so oft wie möglich stehen zu lassen. Das schont nicht nur das Portemonnaie, sondern auch die Umwelt.

So lassen sich Kurzstrecken gut zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewältigen. Wegen erhöhter Schadstoffemissionen ist eine Autofahrt gerade bei kurzen Strecken am umweltschädlichsten. Direkt nach dem Start ist der Kraftstoffverbrauch am höchsten. Erst nach etwa vier Kilometern ist der Motor betriebswarm und der Verbrauch geringer. Bei längeren Strecken ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) die beste Wahl. Fahrten mit dem ÖPNV sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern oft auch schneller als mit dem Auto, weil die Parkplatzsuche wegfällt. In Regionen, in denen der ÖPNV wenig ausgebaut ist rät der BUND Car-Sharing-Angebote – dabei werden Autos untereinander geteilt – zu nutzen oder sich zu Fahrgemeinschaften zusammenzuschließen. Letzteres ist auch über Mitfahrzentralen im Internet möglich. Für weitere Reisen sind Bahn oder Fernbusse umweltfreundliche Alternativen zum Auto.

BUND-Ökotipp 09/2013

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Beitragsbild: Rainer-Sturm / pixelio.de

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