Bald keine giftige Penaten Creme mehr

By on 12. August 2013
Penaten_Müll / (c) NHD / npo-magazin.de

Nach der Veröffentlichung der iPhone App, „ToxFox“ wurden in vielen Haushalten die vorhandenen Cremes und Kosmetika unter die Lupe genommen und auf schadhafte Inhaltsstoffe untersucht. Dabei wurden einige unerwartete Entdeckungen gemacht. Zum Beispiel entpuppte sich ein Produkt, das schon seit Generationen dafür sorgen sollte, dass zarte Babyhaut geschützt wird, als mit hormonell wirksamen Parabenen belastet.

Wenn man bedenkt, wie viele Babypos und ganze -körper mit dieser Creme oder auch Lotion  eingecremt worden sind, kann man die Empörung verstehen, die dazu führte, das Produkt sofort aus dem Regal in den Müll zu werfen und sich bei der Herstellerfirma zu beschweren.

Laut einer Pressemeldung des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) kam es bereits zu einem ersten Einlenken der Kosmetikindustrie:

Die Penaten-Herstellerfirma Johnson&Johnson kündigte am Freitag über die Facebook-Seite von Penaten an, bis Mitte 2014 auf hormonell wirksame Parabene in Babyprodukten verzichten zu wollen.

Der Konzern war zuvor massiv unter Druck geraten, da die Penaten Baby Wundschutzcreme Propylparaben enthält – ein hormonell wirksamer Stoff, der in Tierversuchen zu einer verminderten Spermienqualtität geführt hat. Das Konservierungsmittel ist deshalb in Dänemark für Babyprodukte bereits verboten. Von Penaten enttäuscht, startete die Berliner Mutter Caroline Rosales gemeinsam mit dem BUND eine Online-Petition über die Plattform www.change.org. Innerhalb von nur einer Woche forderten über 25000 Menschen Johnson&Johnson auf, auf Parabene in seinen Produkten zu verzichten.

Jurek Vengels, BUND-Chemieexperte: „Tausende Protestmails wütender Verbraucher haben Wirkung gezeigt. Kein Unternehmen kann es sich heute leisten, Chemikalien einzusetzen, die die Gesundheit gefährden können. Wir fordern Johnson&Johnson auf, seine Ankündigung schnellstmöglich umzusetzen, und zwar nicht nicht nur für Babyprodukte, sondern für alle Produkte.“

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Insgesamt sei knapp ein Drittel aller Kosmetikprodukte auf dem deutschsprachigen Markt mit hormonähnlichen Stoffen belastet. Dies hatte eine Auswertung der Inhaltsstoffe von mehr als 60000 Körperpflegeprodukten ergeben, die der BUND Ende Juli in einer Studie veröffentlicht hatte.

Alle Kosmetikhersteller seien aufgerufen, ihre Produkte sicherer zu machen, allen voran der deutsche Marktführer Beiersdorf mit seiner Kernmarke Nivea, sagte Vengels. „Fast jedes zweite Produkt von Beiersdorf enthält hormonähnliche Chemikalien, die u.a. mit Hoden- und Brustkrebs oder einer verfrühten Pubertät in Verbindung gebracht werden. Ausgerechnet viele Nivea-Produkte schneiden in Punkto vorsorglichem Gesundheitsschutz schlecht ab. Wir fordern Beiersdorf auf, hormonell wirksame Stoffe aus seiner gesamten Produktpalette zu verbannen“, sagte Vengels.

Um Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, sich selbst besser vor potentiellen Gesundheitsschäden zu schützen, bietet der BUND seit Ende Juli kostenlos eine Kosmetik-App für das iPhone an. Die ToxFox-App spürt hormonell wirksame Chemikalien in Kosmetikprodukten auf. Zudem kann über die App eine Protestmail an die Hersteller versendet werden.

Vengels: „Die ToxFox-App wurde bereits über 125000 mal heruntergeladen. Über 30000 Protestmails wurden über die App an Hersteller versendet und über drei Millionen Kosmetikprodukte mit ihr gescannt. Der Erfolg der App zeigt, wie stark das Bedürfnis der Verbraucher nach sicheren Produkten ist.”

 

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